Samstag, 18. Mai 2013

Woche 1

Im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Programmes in Zusammenarbeit mit der Louise-Schröder-Schule wurde mir die Möglichkeit geboten ein Auslandspraktikum in einem europäischen Land meiner Wahl zu absolvieren.

Tag 1 - 11.Mai 2013 - Samstag


Mein Flug startet noch vor den ersten Sonnenstrahlen am Flughafen Tegel.
Nach knapp 1,5 h Flug kam ich am Londoner Flughafen in Heathrow an, ein riesiger, doch übersichtlicher Airport. Auf mich warten noch 1,5 Stunden U-Bahnfahrt in den anfangs befremdlich wirkenden U-bahnzügen mit Glasscheiben zwischen Bahnsteig und dem Bahngleis sowie eine mehrstündige Zugfahrt vom Bahnhof Waterloo zum Zielort, Weymouth Central Station.
Geschafft! Mein erster Eindruck?! Bezaubernde Backsteinhäuschen, Kühe und Schafe, die mich an meine Kindheit auf dem kleinen Bauernhof meiner Großeltern erinnern, das ist also Weymouth!
Am Bahnhof angekommen nahmen mich Jennie Parsons, welche mir meine Gastfamilie vermittelt hat sowie 2 deren Familienmitglieder herzlich und mit einem Lächeln im Gesicht in Empfang.



Nach einer kurzen Autofahrt kamen wir nun endlich in meinem neuen Heim für die nächsten 9 Wochen an. Ein charmantes Haus, viele kleine Zimmer, verteilt auf 4 Etagen. Ein kleiner Garten samt Fischteich und einer Menge Blumenbeeten. Der Vater der Familie Smith (Kevin), Dan, der Freund der Tochter Lisa und Ashley, der 17 jährige Sohn kamen einige Minuten später dazu.

Nach einem kurzen Kennenlernen in der Küche, lud mich die Familie zum gemeinsamen Shoppen ein, die Smith's lieben shoppen. Bei der Gelegenheit konnte ich im naheligenden Supermarkt meinem ersten Kulturshock erleben. Die mit Fertiggerichten zugepflasterten bunten Regale sehen geradezu verlockend aus. Da ich meine gesunde Lebensweise jedoch beibehalten will, greife ich vorerst auf gesundes Obst und Gemüse zurück.

Wieder zurück im Hause Smith. Bei einer Flasche britischem Cider führen wir die Kennenlernrunde weiter und ich erfuhr eine menge Details über die Familie, die englische Lebensweise und die nähere Umgebung.

Der erste Abend endete mit einem reichaltigen und nahrhaften Dinner. Ein rundum gelungener Abend!


Tag 212.Mai 2013 - Sonntag

Am nächsten Tag lud mich die Familie zum allwöchentlichen Besuch der Großmutter ein, natürlich nahm ich diese Einladung dankend an und gegen Vormittag machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Haus von Oma Margret. Eine charmante Dame mit einer starken Affinität zu Deutschland. Stolz zeigte sie mir ihre Postkartensammlung aus verschiedensten Bundesländern Deutschlands, sowie ihren liebevoll gestalteten Garten. Gemeinsam gingen wir die englischen Bezeichnungen der im Garten gepflanzten Gemüsesorten durch.

Auf dem Rückweg zeigten mir Kevin und seine Frau Janet den Berg hinter Ihrem Haus, von dem aus man eine tolle Sicht über die gesamte Stadt hat.


Tag 313.Mai 2013 - Montag

Mein erster Tag im Budmouth College. Ich habe das Glück einen der wohl coolsten Menschen der Welt meinen Chef nennen zu dürfen. Mr Bone, ein Mann reiferen Alters, der weiß wie der Hase läuft. Nach einer kurzen allgemeinen Einweisung stellte er mir quasi das gesamte Personal vor und begleitete mich durch den gigantischen Schulkomplex mit über 10 Gebäuden und einer ebenso gewaltigen Vielfalt an Sportmöglichkeiten. Anschließend lernte ich meine Kollegin, mein Alter, für die nächsten 9 Wochen kennen, Laura. 100 freundliche Gesichter und 50 „nice to meet you“'s später bekam ich auch gleich die Chance meine Excel-Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Zufriedenstellend lieferte ich meine Ergebnisse ab und verabschiedete mich mit gestärktem Selbstbewusstsein bei den Kollegen. Toller Tag!

Budmouth College (Neubau)


Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt - zu Fuß, denn die Busse fahren selten! Viele kleine Shops und ein breiter Strandstreifen, hier fühl ich mich wohl!



Tag 414.Mai 2013 - Dienstag

Die ersten Eindrücke scheinen sich zu bestätigen! Auch am zweiten Tag sind alle so verdammt freundlich zu mir. Nachdem ich den halben Tag mit meiner Kollegin Laura zusammengearbeitet habe, erfuhr ich bei einem „appointment“ mit einer Lehrerin für Sprachen eine weitere Einsatzmöglichkeit meinerselbst im Deutschunterricht der „Kleinen“. Morgen erfahre ich allerdings mehr darüber. Arbeitseinstellung: Mehr als postitiv. Den Nachmittag verbrachte ich mit dem jüngsten Sohn Ashley, welcher mich zu seinem Lieblingsshop mitnahm, und den Rest des langen Tages entspannte ich vor meinem Computer!

Tag 616.Mai 2013 - Donnerstag

Heute ist Donnerstag, schon seit einigen Tagen bereiten Laura und ich die Hefter für die Lehrer welche die Interviews mit den neuen Schülern durchführen, vor. Termine wurden geändert, das müssen wir in mehreren digitalen und handschriftlichen Listen vermerken und natürlich die Beteiligten (Lehrer sowie Familie des Schülers) benachrichtigen. Im RePro-Büro (Druckerei) der Schule wurde ich damit beauftragt, neue Poster einzulaminieren und diese anschließend zurecht zuschneiden. Weitere kleine Verwaltungsarbeiten, die den Umgang mit dem Schulprogramm “SIMS” fordern, sowie die Ablage von Dokumenten waren ein Bestandteil des heutigen Tages. Kein "Ä", "Ü", "Ö" und "ß" mehr auf Arbeit - gewöhnungsbedürftig!

Tag 717.Mai 2013 - Freitag

Freitag, das Wochenende naht! Nachdem ich meherer Elternbriefe abtippen, postversandtfertig machen und in der Poststelle der Schule abgeben sollte, trug ich die versaeumten Nachsitz-Stunden einer Schuelerin im Programm SIMS nach. Die Lehrerordner bereiten sich natuerlich auch nicht von selbst vor, also machten ich und Laura uns ans Werk und druckten, lochten, hefteten und aenderten Tabellen aufgrund von Terminaenderugen. Die Fertigstellung wird wohl noch einige Tage oder Wochen dauern.
Nach dem anstrengenden Tag ging es ab ins Fitnesscenter, welches ich als Mitarbeiter kostenfrei mitbenutzen darf und auf dem Heimweg machte ich halt am Tesco-Shop, um eine weitere traditionelle Delikatesse zu probieren: Scotch Egg! (Paniertes Ei im Fleischmantel)


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